Grenzwertüberwachungen


Inhaltsverzeichnis


Grenzwertüberwachungen sind manuell angelegte Bedingungen, bei deren Erfüllung eine Auffälligkeit geschrieben wird. Beispiele hierfür sind Grenzwertüberschreitungen beim Verbrauch im Sinne einer Rohrbruch- bzw. Min-/Max-Überwachung. Über die Auffälligkeiten kann der Anwender sich informieren lassen durch die Eintragung einer Ansprechperson, wodurch diese direkt per E-Mail benachrichtigt wird. Weitere Details hierzu im Abschnitt weiter unten. Alternativ kann eine Statusbenachrichtigung eingerichtet werden, vgl. hierzu Statusbenachrichtigungen.

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Video-Tutorial zu Grenzwertüberwachung (Sprache: Deutsch | Dauer: ca. 17 Minuten) Das Video erläutert anhand eines konkreten Beispiels die Einrichtung einer Grenzwertüberwachung sowie den Umgang mit Auffälligkeiten.

Detailansicht

Einstellungen

Neben einer Bezeichnung können hier noch weitere Einstellungen getroffen werden:

Wird die Überwachung auf einer Energieliegenschaft oder Einheit angelegt, so muss ein Energiebereich festgelegt werden, auf den die Überwachung angewendet werden soll.

Für alle Objekte muss angegeben werden, ob die Überwachung auf bestimmte Tage eingeschränkt werden soll. Ist dies der Fall, so ist ein passender Kalender zu wählen, aus dem dann nur die markierten oder die nicht markierten Tage geprüft werden. Beispiel: Eine Überwachung soll nur an Werktagen oder nur saisonweise durchgeführt werden. z.B. nur in den Schulferien oder nur in der Wintersaison.

Hinweis: Für die Häufigkeit ist derzeit nur Tag wählbar. Das heißt, dass die Überprüfung einer Grenzwertüber-/ oder –unterschreitung nur einmal am Tag durchgeführt wird. Dies erfolgt bei den täglichen Aufgaben der Services nachts. Die Auflösung, in der die Ist-Werte gegen die Grenzwerte überprüft werden, ist jedoch frei wählbar und somit z.B. an die Auflösung eines überwachten Zählers anpassbar.

Bei den Ist-Werten ist die Defaulteinstellung der Verbrauch des gewählten Elements. Für den Energiebereich Wärme können auch die witterungsbereinigten Werte überwacht werden, indem beim Ist-Wert in den Optionen von „Verbrauch bzw. Wert" die Option "Witterungsbereinigt" gewählt wird. Es können aber auch andere Funktionen ausgewählt werden, die dann mit den Bedingungen überwacht werden können (bspw. Kosten). Durch die Auswahlmöglichkeit aller Funktionen ist die Flexibilität der zu überwachenden Größen sehr groß. Als Grenzwert können so auch angelegte Kennzahlen oder der definierte Referenzwert genutzt werden.

Schließlich kann die Überwachungsbedingung, der Grenzwert, spezifiziert werden. Auch hierfür stehen alle Funktionen zur Verfügung, sodass auch komplexere Überwachungsbedingungen definiert werden können. Es ist anzugeben, wann eine Verletzung (Unter- oder Überschreitung des Grenzwertes) auftritt.

Beispiel: Einrichtung einer Minimum-Überwachung

Als Ist-Wert wird über die Funktion „Verbrauch bzw. Wert" der Verbrauch des zu überwachenden Elements gewählt. Vergleichsoperator "ist größer als". Als Grenzwert kann nun entweder ein Absolutwert oder eine prozentuale Abweichung eingerichtet werden.

Absolutwert: Als Funktion des Grenzwertes wird „Konstante" gewählt. Über „Optionen" kann ein fester Wert eingetragen werden. Auch möglich sind hier z.B. genauere Tagesverläuft abzubilden, indem man die Funktion synthetisches Profil wählt.

Prozentuale Abweichung: Der Grenzwert muss über eine Kennzahl oder die Funktion "Grundrechenarten" errechnet werden, indem die prozentuale Abweichung errechnet wird: "Referenzwert (Einheit) * Konstante (1,1)". Damit wird eine 10% Abweichung nach unten berechnet und so als Grenzwert geprüft. Der Grenzwert zur Überwachung wäre dann die Kennzahl oder Grundrechenarten.

Die Einrichtung einer Maximum-Überwachung erfolgt äquivalent, nur mit geändertem Operator und entsprechend angepasster Formel.

oe_ueberwachung_grenzwertueberwachung_Beispiel.png

Hinweis: Die Verletzung der Grenzwertbedingungen hat zur Folge, dass eine Überwachungen/Auffälligkeit generiert wird. Mehrere zusammengehörige Verletzungen, d.h. zeitlich zusammenhängend, werden in einer Auffälligkeit gruppiert. Ergibt sich z.B. durch manuelle angestoßene Prüfung oder durch eine neue Datenlage eine Verletzung, die zu einer bereits bestätigten Auffälligkeit gehört, so wird sie in die Liste der Verletzungen aufgenommen und die Auffälligkeit wieder als zu klassifizierend dem Anwender vorgelegt. Der Kommentar aus der zuvor erfolgten Klassifizierung bleibt erhalten und kann ergänzt werden. Neue Verletzungen in einer zuvor bereits klassifizierten Auffälligkeit werden zur besseren Übersicht farbig markiert.

Die Option "keine Auffälligkeit bei ungültigen Werten" prüft, wenn angehakt, nur Werte mit Messstatus "W", "I" oder "E", die also wahren, interpolierten oder Ersatzwerten entsprechen. Alle anderen Messstatus werden von der Überprüfung ausgeschlossen, für entsprechende Werte wird keine Verletzung erzeugt. Wird diese Option deaktiviert, so wird bei jedem Auftreten eines ungültigen Wertes, z.B. ein Wert mit Messstatus "G" für gestörter Wert, eine Verletzung geschrieben. Dies geschieht unabhängig davon ob der Istwert die Grenzwertbedingung verletz oder nicht.

"Aktualität prüfen" ist vor allem für Fälle in welchen Daten nicht auf echtzeiterfassten Zählern oder Zählwerken geprüft werden interessant. Bei Aktivierung dieser Option wird unabhängig vom Import das Alter der geprüften Daten kontrolliert. In diesem Fall würde man bspw. auch auf veraltete Kosten oder dergleichen aufmerksam gemacht werden. Wenn die Daten älter sind als eingestellt wurde, werden keine Auffälligkeiten, sondern Logmeldungen geschrieben.

Wird die Option „Intervallübergreifende Überprüfung" gewählt, so kann festgelegt werden, nach wie vielen Verletzungen innerhalb einer bestimmten Anzahl an Werten eine Auffälligkeit geschrieben werden soll. Dabei können die Anzahl der Verletzungen, sowie die Anzahl der Werte frei gewählt werden.

Durch Eintragung einer Ansprechperson kann die betreffende Person automatisch per E-Mail benachrichtigt werden, wenn neue Auffälligkeiten generiert werden. Neue Auffälligkeiten werden einmalig beim ersten Auftreten während der Energieliegenschaftsberechnung versendet. Sie werden pro Energieliegenschaft zusammengefasst aufgelistet . Durch Anwählen der Schaltfläche "Überwachungen prüfen" bei der manuellen Berechnung einer Energieliegenschaft kann das Versenden der Benachrichtigung manuell ausgelöst werden.

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Beispiel: Einrichtung einer "Rohrbruchüberwachung"

Der Begriff Rohrbruchüberwachung

Es soll überwacht werden, ob mindestens 1 Mal in einer Zeitspanne von 24 Stunden der Verbrauch eines Wasserzählers unter 0,02 m3 fällt. Andernfalls, also wenn der Verbrauch mindestens 23 Stunden innerhalb von 24 Stunden über dem Grenzwert liegt, läuft die gesamte Zeit durch Wasser und es könnte z.B. ein Rohrbruch oder eine defekte Toilettenspülung vorliegen. Dann wird der Anwender durch eine Auffälligkeit alarmiert und kann den Sachverhalt prüfen.

Hierfür wird eine Überwachung wie in der folgenden Abbildung eingerichtet.

oe_ueberwachungen_Grenzwertüberwachung_BspRohrbruch_Einstellung.png

oe_ueberwachungen_Grenzwertüberwachung_BspRohrbruch_Konstante.png

Beispiel: Einrichtung einer "Rohrbruchüberwachung" mit synthetischem Profil

Ist im oberen Beispiel bekannt, dass nur nachts zwischen 22: 00 und 06: 00 Verbräuche unter 0,02 m3zu erwarten sind, so kann der Grenzwert der Überwachung mittels der Funktion "synthetisches Profil" wie folgt verbessert werden. Die Einstellung für die intervallübergreifende Überprüfung muss auf die verkürzte Prüfzeit angepasst werden, siehe Abbildung, zu beachten ist jedoch der untere Hinweis.

Überwachung_Auffälligkeiten_intervallÜberprüfung_0002.png

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Ein so definiertes synthetisches Profil enthält nur für den Zeitraum von 22: 00 bis 06: 00 Werte, wodurch keine Grenzwerte außerhalb dieses Zeitraums geprüft und somit keine Verletzungen generiert werden.

Wichtig: Bei einer intervallübergreifenden Überprüfung über Nacht darf das Intervall für die intervallübergreifende Überprüfung nicht zu lang gewählt werden, da i.d.R. nachts ab 2 Uhr (Standardwert, aber anpassbar) die Berechnungen der Liegenschaften durchgeführt werden, welche wiederum den Startzeitpunkt der Überprüfung definieren. Beispiel: Wird wie hier eine Überprüfung von 22 Uhr bis 6 Uhr definiert, so können bis 2 Uhr nachts bei stündlicher Auflösung nur maximal 4 Verletzungen registriert werden. Würde eine längere intervallübergreifende Überprüfung gewählt werden, kann die notwendige Anzahl der Verletzungen für eine Auffälligkeit niemals erreicht werden. Dann beginnen die nächtlichen Berechnungen, welche die Grenzwertüberwachungen anstoßen, welche dann ab i.d.R. 2 Uhr nachts der letzten Nacht bis 2 Uhr nachts der aktuellen Nacht prüfen. Bei einer nächtlichen Überwachung, die mit einer intervallübergreifenden Überprüfung kombiniert wird, müssen also entweder die Intervalle kürzer gewählt (z.B. 3 von 4 Verletzungen für eine Auffälligkeit, wie oben gewählt), zwei Überwachungen für je eine Nachthälfte angelegt oder der Zeitpunkt der nächtlichen Berechnungen verschoben werden (so im Rahmen des Gesamtsystems möglich).

Hinweis: Auch bei Aktivierung der Option „Intervallübergreifende Überprüfung" werden bei jeder Grenzwertverletzung Verletzungen und zugehörige Auffälligkeiten generiert. Diese werden dem Anwender aber erst zur Klassifizierung vorgelegt, falls die angegebene Anzahl der Verletzungen überschritten wird. Andernfalls erhalten die Auffälligkeiten den Status "irrelevant".

Abschließend muss ein Datum für die Aktivität der Überwachung festgelegt werden. Dabei ist das Wählen eines von-Datums verpflichtend. Die Begrenzung mit dem bis-Datum ist optional. Beispiel: Es wird festgestellt, dass eine Überwachung mit Aktualitätsprüfung auf die Klimaanlage nicht benötigt wird, da sie aktuell bis zu einem unbekannten Datum abgestellt wurde. Bei erneuter Inbetriebnahme, kann die Überwachung dann erneut aktiviert werden. Auch eine Pause ab jetzt bis zu dem bei "Pausiert bis" eingestelltem Datum lässt sich einstellen. Beispiel: Durch Renovierungsarbeiten ist bekannt, dass es von jetzt an regelmäßig bis zum Abschluss der Arbeiten in zwei Wochen Grenzwertverletzungen geben wird.

Über "Speichern" wird die neue Überwachung angelegt.

Hinweis:

  • Ist eine Überwachung fertig eingerichtet, so empfiehlt es sich, den Verlauf des Grenzwertes über die Funktion Überwachung in der freien Auswertung zu prüfen.
  • Die automatische Prüfung der Überwachung findet standardmäßig ab dem letzten geprüften Wert statt und prüft alle ab diesem Zeitpunkt vorhandenen Daten. Durch Klick auf "Prüfung starten" kann eine neue Prüfung angestoßen werden, dabei öffnet sich ein Pop-Up-Fenster, in dem der zu prüfende Zeitraum angegeben wird. So kann z.B. nach einem Nachimport ein bereits geprüfter Zeitraum erneut geprüft werden.

Benachrichtigung

Es können E-Mails zur Benachrichtigung über einer Überwachungsverletzung ohne zwischenzeitliche Anmeldung versendet werden, wenn neue Auffälligkeiten aufgetreten sind. Dazu ist in der Grenzwertüberwachung die betreffende Ansprechperson mit einer gültigen E-Mail-Adresse einzustellen. Neue Auffälligkeiten werden einmalig beim ersten Auftreten während der Energieliegenschaftsberechnung versendet. Sie werden pro Energieliegenschaft zusammengefasst aufgelistet. Pro Überwachung wird ein Diagramm als Anhang erzeugt. Der dargestellte Zeitraum ist der Beurteilungszeitraum der Auffälligkeit.

Durch Auswahl der Schaltfläche "Überwachungen prüfen" bei der manuellen Berechnung einer Energieliegenschaft kann das Versenden der Benachrichtigung manuell ausgelöst werden.

Auffälligkeiten

Über den Tab "Auffälligkeiten" können alle Auffälligkeiten zur ausgewählten Überwachung betrachtet werden. Die Tabelle kann nach dem Status der Auffälligkeiten gefiltert werden. Unter Aktionen oder über das Klicken auf das von-Datum öffnet sich die Detailseite der Auffälligkeit - dabei wird auf die Aufgabe Überwachung / Auffälligkeiten weitergeleitet, die eine Übersicht aller Auffälligkeiten von Überwachungen enthält, die auf diesem oder einem untergeordneten Element angelegt sind. Weitere Informationen zu den Auffälligkeiten werden im zugehörigen Artikel beschrieben.

Weiterführende Informationen

Mustererkennungsüberwachungen

Auswertungsfunktion Überwachung

Zugehörige Aufgaben

Überwachung / Überwachungen

Überwachungen / Auffälligkeiten

Rechenvorschriften / Referenzwert

Verfügbarkeit und Sichtbarkeit

Verfügbar auf: Organisationseinheit, Energieliegenschaft, Einheit, Zähler, Zählwerk, Energiefaktor, Wetterstationszählwerk

Aufgabengruppe: Überwachung/Überwachungen

Standardrechtebaustein:

  • Überwachungen: Automatische Erzeugung sehen
  • Überwachungen: Automatische Erzeugung verwalten
  • Überwachungen: Überwachungen und Auffälligkeiten sehen
  • Überwachungen: Überwachungen verwalten

Lizenz: unabhängig von der Edition

Hinweis: Lizenzen, die vor 2018 erworben wurden können abweichen.