Energiefaktor
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Ein wesentlicher Aspekt des Energiemanagements ist die Bildung von Kennwerten zur Vergleichbarkeit von Verbrauchswerten. Da absolute Verbräuche i.d.R. nicht sinnvoll untereinander verglichen werden können, bedarf es der Bildung von Kennwerten auf Basis plausibler Energiefaktoren.
Energiefaktoren sollten eine quantifizierbare und vor allem reproduzierbare Einflussgröße auf den Energieverbrauch der Energieliegenschaft bzw. Einheit darstellen. Dabei ergeben sich je nach Energieeinsatzbereich unterschiedliche Energiefaktoren. Beispiel: Es macht keinen Sinn, den Wasserverbrauch eines Bürogebäudes an der Grundfläche festzumachen - hier bietet sich die Zahl der Angestellten eher an. Anders bei einer Großwäscherei: Die hier verbrauchte Wassermenge kann sinnvollerweise auf die Menge der Wäsche bezogen werden. Je nach Energieliegenschaft ergeben sich hier also verschiedene Größen:
- Beheizbare Brutto-/Nettogrundfläche in "m²" (Industrie, öffentliche Liegenschaften, GHD)
- Produzierte Menge in "Stk."(Industrie)
- Beckenoberfläche in "m²" (Schwimmbäder)
- Nutzerzahlen (Schulen, Büros)
- Temperatur (Industrie, öffentliche Liegenschaften, GHD)
Die Software kennt eine Vielzahl an Messgrößen zur Bildung von Kennwerten. Ein Energiefaktor bezieht sich direkt auf eine Einheit bzw. eine Energieliegenschaft (als übergeordnete Einheit) und somit auf den jeweiligen Zeitabschnitt der direkt übergeordneten Energieliegenschaft. Zur Erfassung der Energiefaktoren werden Zählwerke analog zur Erfassung von Verbrauchswerten verwendet. Da diese Zählwerke keinen Zählern (wie Verbrauchswerte) zugeordnet sind, können ihnen keine direkten Kosten, Tarife oder Rechnungen zugeordnet werden. Das ist aber auch nicht erforderlich, da aus diesen Vergleichsgrößen keine direkten Energiekosten entstehen.
Allenfalls können die hier erfassten Daten zur Verteilung anderweitig erfasster Verbräuche (und Kosten) auf einzelne Untereinheiten einer Energieliegenschaft über sogenannte Verteilergruppen verwendet werden, beispielsweise anhand des Energiefaktors "Beheizbare Nettogrundfläche". Die Datenerfassung kann sowohl manuell (Handeintragung) als auch automatisch (Ableselisten, Datenlogger) erfolgen.